Chinesische Diagnose
Es geht hierbei nicht um die Erfassung objektiver Messwerte, nicht um Laborbefunde, auch nicht darum, einen Menschen aufzuschneiden, um herauszufinden, was in ihm los ist - sondern es geht immer darum, den Patienten als Individuum mit einem individuellen Energiemuster wahrzunehmen und dieses Energiemuster in den Begriffen des Yin und Yang und der Fünf Elemente (Fünf Wandlungsphasen) zu beschreiben.
Die Methode
Chinesische Diagnose ist traditionell immer Diagnose mit den fünf Sinnen:
- Sehen
- Hören
- Riechen
- Fragen
- Fühlen
Das sind die klassischen Diagnostischen Methoden, mit denen ein Praktizierender der Chinesischen Medizin sich seiner Patientin oder seinem Patienten nähert, mit denen er versucht, ein klares Bild vom Zustand des Qi dieses Menschen zu gewinnen, von der Lebenskraft, von dem Gleichgewicht oder auch Ungleichgewicht seiner Energien. Daraus kann er ableiten, wie er das Qi unterstützen und lenken kann, um es wieder in ein gesünderes und vitaleres Gleichgewicht zu führen.
Die chinesische Diagnose ist nicht einheitlich, sondern im Laufe von zweitausend Jahren haben sich unterschiedliche Schulen gebildet.
Auch je nach Behandlungsmethode gibt es gewisse Unterschiede in der Diagnose. Die Behandler der Pharmakologie, der chinesischen Kräutermedizin, sammeln vor allem Informationen über die inneren Organe (Funktionskreise) und deren Zusammenspiel. In der Klassischen Akupunktur hingegen wird die diagnostische Aufmerksamkeit besonders auf die Meridiane gerichtet, die Energiebahnen, in denen das Qi fließt und in denen es für den Akupunkteur erreichbar ist.
So hat die Kräutermedizin des 19. Jh. die Zungendiagnose entwickelt, die dagegen in der klassischen Akupunktur keine große Rolle spielt. Hier sind die Methoden des Fühlens wichtiger: über die Pulsdiagnose hinaus auch das Abtasten der Bauchdecke (Haradiagnose) und das Tasten der Meridiane und Akupunkturpunkte.
